Ein Mensch
Beim Verdursten zu ertrinken, ist unvorstellbar einfach.
Die Sehnsucht endlich erfüllt, reißt die Gier dich mit. Stürzt dich ins Wasser.
Noch bevor du den ersten Schluck nimmst, merkst du, dass du nicht schwimmen kannst.
Dein Mund salzig vor Trockenheit, deine Haut ledern, sinkst du in das, das du am meisten begehrtest.
Jetzt eine Todesfalle.
Stirbst du glücklich, weil du dein Zeil erreicht hast?
Oder bist du über das Ziel hinausgeschossen, hast dich zu spät umgedreht und so nie die Genugtuung spüren können?
Schau dich an, jetzt so verschwindend.
Wenn du dich im Wasser spiegelst, bist du der, der du sein wolltest?
Es gab wohl auch einen anderen Weg, doch lag der nicht in deiner Natur.
Du hättest die Hand eintauchen können, davon trinken und dann klar denkend bemerken, welche Gefahr vor dir liegt.
Du hättest noch stehen bleiben können.
Vielleicht wärst du so glücklich genug gewesen?
Doch wenn vor dir scheinbar Unendlichkeit liegt, ist es möglich, am Rande stehen zu bleiben?
Mehr als du je wolltest, so greifbar nah.
So nah, dass der sehnlichste Wunsch kein Schluck mehr war, sondern der ganze See.
Du liegst am Grund.
Sieh nach oben, erkennst du dich noch?
Kannst du dir selbst noch in die Augen sehen?
Alle haben dich gewarnt,
doch du hast auf Grund des Mensch-seins versagt.
Mein Mitleid kennt Grenzen.
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